Wie weit ist das Bewusstsein für ein angepasstes Zeitmanagement in der DACH-Region fortgeschritten – und wo hakt es?
Das Zeitmanagement in der Seminar- und Weiterbildungsbranche in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist ein zweischneidiges Thema: Einerseits wurden in den letzten Jahren deutliche Fortschritte erzielt, andererseits bremsen alte Strukturen und unzureichend integrierte Tools die Effizienz spürbar aus.
Die Haufe Akademie Benchmark-Studie 2024 zeigt, dass 88 % der Unternehmen in der DACH-Region bereits digitale Lernmethoden einsetzen – ein klarer Beleg dafür, dass die Digitalisierung im Bildungssektor angekommen ist. Dieser Trend wurde maßgeblich durch die Corona-Pandemie beschleunigt, die viele Anbieter zwang, innerhalb kürzester Zeit auf digitale Bildungsangebote umzusteigen. Heute ist digitales Lernen für die Mehrheit der Anbieter selbstverständlich und fester Bestandteil der Weiterbildungsprozesse.
Trotz dieser positiven Entwicklung bestehen jedoch erhebliche Herausforderungen im Zeitmanagement. Viele Seminaranbieter und Coaches setzen noch immer stark auf klassische Tools wie Microsoft Excel oder Access, um Teilnehmerlisten, Ressourcen oder Rechnungen zu verwalten. Laut Haufe nutzen zahlreiche Unternehmen diese Software-Kombination weiterhin als Basis für ihr Personalcontrolling – eine Lösung, die zwar vertraut, aber für die komplexen Anforderungen moderner Seminarverwaltung schlicht ineffizient ist. Der manuelle Aufwand bleibt hoch, Daten müssen mehrfach gepflegt werden, und Fehlerquellen sind kaum vermeidbar.
Ein zentrales Problem ist außerdem die mangelnde Integration digitaler Systeme. Zwar verfügen viele Organisationen über unterschiedliche Tools für Buchungen, Abrechnung oder Kommunikation, doch oft arbeiten diese Systeme nicht nahtlos zusammen. Dadurch entstehen Medienbrüche, redundante Datenpflege und ein unnötig hoher Zeitaufwand. Eine Untersuchung des eLearning Journals bestätigt, dass gerade die fehlende Systemintegration ein entscheidendes Hemmnis für mehr Effizienz darstellt.